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[Gelesen] »Nacht ohne Sterne« von Gesa Schwartz

Info & Klappentext

»Die 16-jährige Naya ist Tochter einer Elfe und eines Menschen. Ein Mischwesen, das keine Magie zu beherrschen scheint und sich weder der geheimnisvollen Elfenwelt New Yorks noch der Welt der Menschen gänzlich zugehörig fühlt. Ihr bester Freund Jaron ist ein Lichtelf, der New York vor den Machenschaften der Dunkelelfen bewahren soll. Doch dann wird Naya mitten hinein gezogen in den jahrhundertealten Krieg zwischen den beiden Völkern. Und als sie den Dunkelelf Vidar kennenlernt, wird all ihr bisheriges Wissen auf den Kopf gestellt. Welche Ziele verfolgt Jaron, welche Geheimnisse verbirgt Vidar? Wem kann sie trauen? Naya muss auf ihr Herz hören, doch das ist leichter gesagt als getan …«
ORIGINALAUSGABE – EINZELBAND – 544 SEITEN – CBT VERLAG – ZUM BUCH

Gesa
Schwartz hat schon eine Menge Bücher geschrieben, dennoch ist »Nacht ohne
Sterne« das erste Buch von ihr, das ich gelesen habe. Ich gestehe, dass das
Cover mich fasziniert hat und ich deswegen auf das Buch neugierig geworden bin.
Das ist schon eine ganze Weile her. Als ich dann noch die Autorin beim
Bloggertreffen auf der Buchmesse kennen lernen durfte und ich sie sehr
sympathisch fand, stand mein Entschluss fest – dieses Buch wird meine erste
literarische Begegnung mit der Autorin. Und es wird sicherlich nicht die letzte
gewesen sein. 
Schrumpelzehen-
das ist es, was ich immer mit der Autorin und diesem Buch verbinden werde. Und
auch wenn es gruselig klingt bedeutet es nur folgendes: einen Großteil des
Buches habe ich in der Badewanne gelesen und ich war so vertieft, dass ich erst
mit super schrumpeligen Zehen wieder aus der Badewanne raus bin… Vielleicht
sollte man so etwas als Qualitätsmerkmal einführen. Schrumpelzehen, angebrannte
Kuchen, verdampftes Wasser… Ihr wisst, worauf ich hinaus will. 
»Nacht
ohne Sterne« hat mich in mehrerlei Hinsicht überrascht. Der Klappentext schreit
förmlich nach Liebesdreieck, aber die Autorin hat das sehr, sehr gut gelöst und
ich verrate nicht zu viel wenn ich sage, dass der Favorit schnell feststeht und
dass ich mit dieser Entscheidung gut leben konnte. Es ist kein Hin und Her,
sondern größtenteils geradlinig und das fand ich sehr gut! Ein bisschen
Gefühlschaos muss sein und ist auch gut. Generell fand ich alle Charaktere im Buch wirklich gut dargestellt, ob nun Mensch oder Elf oder Tier. Sie alle hatten Charakter (im Guten, wie im Schlechten) und keiner von ihnen wird so schnell in meiner Erinnerung verblassen.
Zum
anderen fängt das Buch ziemlich „flott“ und locker an, was mir sehr
gut gefallen hat, wechselt dann aber bald zu einer düsteren und geradezu
poetischen Seite. Zu Beginn spielt es noch in der Menschenwelt, mit meinem liebsten
Nebencharakter (der Fee Rosa) und später dann ist es komplett in der Welt der
Feen angesiedelt. Oder sollte ich eher Welten sagen, denn man lernt nicht nur
eine kennen. Ich muss sagen, dass ich den lockeren Erzählstil am Anfang ein
bisschen mehr mochte, als den poetischen, der dann kam. Ich fand die Welten,
die die Autorin erschaffen hat faszinierend und ich habe an den Seiten geklebt,
aber an manchen Stellen war es doch sehr… bedeutungsschwer. 
Wenn
beispielsweise die Rede von Kosmen war, die die Protagonistin in den Augen von
jemand anderen erkennt, war das doch schon sehr abgehoben. Manche Vergleiche
waren zwar grandios umschrieben und wirklich fantasievoll, aber die eigentliche
Bedeutung dessen, was die Protagonistin ausdrücken wollte, blieb mir
rätselhaft. Auch im Finale gab es einige Stellen, die ich nicht so schnell
verstanden habe, weil auch hier wieder meist in Bildern geredet wird, als in
Worten. Ich mag Bilder, ich liebe Bilder, die durch Bücher in meinem Kopf
entstehen aber wenn ich nicht verstehe, was mir diese Bilder sagen wollen,
finde ich das schade. Das ist aber auch mein einziger Kritikpunkt, den ich an
diesem Buch habe. Der Schreibstil der Autorin ist ansonsten toll und ich liebe
die Atmosphäre, die sie kreiert. Auch, wenn ich mir mehr von Rosa gewünscht
hätte.
Das
Buch ist ohne Frage spannend. Mal mehr, mal weniger, genau die perfekte
Mischung. Es war aufregend, die Welten der Elfen kennen zu lernen und die
Abenteuer mit Naya und den anderen zu erleben. Die Autorin nutzt die gesamte
Gefühlspalette eines Lesers und spricht jedes davon an. Es ist witzig,
romantisch, düster, spannend… Auf jeder Seite entdeckt man etwas Neues. Und die
Richtung, die die Geschichte einschlägt, hätte ich so auch nicht vermutet. Das
war richtig klasse. Ich hatte meinen Spaß und ich habe gar nicht gemerkt, wie
viele Seiten dieses Buch hat. Ich würde behaupten, dass hier sowohl Leser von
Urban Fantasy, als auch von leichter High Fantasy ihr Freude dran haben werden.
Ich empfehle dieses Buch wärmsten Herzens weiter und vergebe 4 von 5 Pancakes.

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