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[Rezension] Die Verschworenen

SPOILERGEFAHR ! Es handelt sich bei DIE VERSCHWORENEN um Band 2 einer Trilogie, daher kann es sein, dass Klappentext und / oder Rezension Spoiler enthalten. Lesen auf eigene Gefahr 😉

KLAPPENTEXT

„In der Stadt unter der Stadt finden Ria und ihre Freunde Zuflucht, doch bald zeigt sich, dass auch hier ein Überleben nicht garantiert ist. WĂ€hrend Aureljo seine RĂŒckkehr in die SphĂ€ren vorbereitet, sucht Ria nach Jordans Chronik und findet Fragmente, die sie nicht zur GĂ€nze deuten kann.
Als Lichtblick erweist sich in dieser Zeit, im wahrsten Sinn des Wortes, ihre Freundschaft zu Sandor, mit dem sie immer wieder kurze AusflĂŒge an die OberflĂ€che unternimmt und dessen Zuneigung ihr tĂ€glich mehr bedeutet.
Doch dann wird Sandor ClanfĂŒrst, und mit einem Schlag ist alles anders. Ria sieht sich gezwungen, entgegen ihrer ursprĂŒnglichen Absicht gemeinsam mit Aureljo in die SphĂ€ren zurĂŒckzugehen.“ (LOEWE VERLAG)

MEINE MEINUNG

Was sagt man ĂŒber ein Buch, das unbeschreiblich ist?
Das war mein erster Gedanke, als ich diesen Post öffnete und die ersten Worte der Rezension schreiben wollte. Wie erklĂ€re ich anderen, wie gut mir DIE VERSCHWORENEN gefallen hat, wenn ich selbst kaum Worte dafĂŒr finde? Keine leichte Aufgabe…
Fangen wir doch einfach mal so an: DIE VERRATENEN (BAND 1) war eines meiner Jahreshighlights von 2012 und umso sehnsuchtsvoller habe ich auf den zweiten Band hingefiebert. Um diesen wirklich in allen ZĂŒgen genießen zu können, habe ich mir vorher den ersten Teil noch einmal als Hörbuch angehört und war damit wieder auf dem richtigen Stand, um gleich richtig in die Geschichte abtauchen zu können. Eigentlich wĂ€re das aber unnötig gewesen, denn bereits nach den ersten Seiten war das GefĂŒhl des ersten Bandes wieder da, die Erinnerungen kamen hoch und ich war hin und weg.
Ich war teilweise wirklich erleichtert, dass der zweite Band wieder dieselbe AtmosphĂ€re wie sein VorgĂ€nger aufgreift, denn diese war nicht ganz unbeteiligt daran, dass mir das Buch damals so gut gefallen hat. Ich konnte mir diese „Winterwelt“; die langsam zu tauen anfĂ€ngt nur allzu gut vorstellen, ebenso den Untergrund, in dem Ria und ihre Freunde sich verstecken. Die Welt war mir gleich wieder vertraut, die Eigenschaften der Charaktere ebenso und ich habe mich Hals ĂŒber Kopf in dieses neue Abenteuer gestĂŒrzt.
Wobei Abenteuer eigentlich nicht das richtige Wort ist. Wie auch schon sein VorgĂ€nger lebt DIE VERSCHWORENEN nicht allein von Action und atemloser Spannung, sondern vor allem von psychischen „Spielchen“ und GedankengĂ€ngen der Protagonistin Ria. Ihr bleiben stellenweise nur Fragmente, um sich ein Bild von dem zu machen, was um sie herum passiert. Teile von Jordans Chronik, geflĂŒsterte GesprĂ€che und krasse Stimmungsschwankungen stellen nicht nur sie vor ein RĂ€tsel, sondern auch mich als Leser. Die Gedanken gehen hin und her, es gilt Leute ein- und abzuschĂ€tzen, zu prĂŒfen, was richtig und was falsch ist, ebenso wie Gut und Böse. Das dies keine triviale Sache ist wurde mit des Öfteren direkt vor Augen gefĂŒhrt. Die Autorin spielt mit ihren Charaktere und den Lesern und das ĂŒbt auf mich einfach eine unglaubliche Anziehung aus und ich konnte gar nicht so schnell lesen, wie ich die Dinge gerne aufgedeckt hĂ€tte.
Ria ist mir in diesem zweiten Teil noch mehr ans Herz gewachsen als dies eh schon der Fall war. Sie hat sich weiterentwickelt, ein StĂŒckchen mehr von sich selbst gefunden und setzt ihre PrioritĂ€ten und Ziele neu. Sie macht dies nicht immer fehlerfrei und manchmal ist sie eben nur ein MĂ€dchen, aber insgesamt war ihre Entwicklung doch spĂŒrbar. Vor allem zum Ende hin war ich sehr stolz auf sie und hĂ€tte ihr gerne lobend auf die Schulter geklopft.
Die anderen Charaktere waren ebenfalls wieder grandios gezeichnet, mit all den Facetten der menschlichen Natur, die es so gibt. Aureljo mochte ich leider nicht wirklich, aber das ging mir auch schon im ersten Band so. Er ist mir zu glatt. Sandor hingegen hat mir besser gefallen als in Teil 1, weil er auch endlich mal seine „sensible“ Seite gezeigt hat und nicht nur die harte Mauer, die er sonst zur Schau gestellt hat. Zwischen ihm und Ria verĂ€ndert sich etwas, aber das war eigentlich schon vorauszusehen. Wer jetzt aber glaubt, es entsteht ein schnödes Liebesdreieck, der irrt. Es sind zwar drei Personen involviert, aber Rias Welt sind viele Dinge nicht gerade einfach und die Liebe gehört nun mal eben dazu und sie darf nicht immer im Vordergrund stehen. Ich bin mal gespannt, wie das noch ausgehen wird.
Apropos Ende… dieses Ende! Da schreibt die Autorin ja eigentlich schon die ganze Zeit so, dass man gar nicht mehr aufhören kann zu lesen, aber ab einem gewissen Punkt hat sie mich wirklich fertig gemacht. Ich kam mit dem Lesen gar nicht mehr hinterher und als ich dann endlich an DER Stelle war, wo viele der FĂ€den aus DIE VERRATENEN und DIE VERSCHWORENEN zusammenlaufen, ist mir vor Erstaunen der Mund offen stehen geblieben. Aber sooo weit! Ich habe ja mit einigem gerechnet, aber das was da kam war einfach… der Wahnsinn. Was fĂŒr eine Idee. Was fĂŒr eine Planung. Was fĂŒr eine tolle Umsetzung. Ich bin immer noch ganz aufgeregt, wenn ich daran denke.
Kurz und gut: Wenn euch Teil 1 schon gefallen hat, dann werdet ihr Teil 2 lieben und verschlingen! Die AtmosphĂ€re, die sich steigernde Aufregung, die intensiven GefĂŒhle; kombiniert mit der unglaublichen Tiefe und den vielen Details – all das macht DIE VERSCHWORENEN zu einem absolut wĂŒrdigen Nachfolger von DIE VERRATENEN und lĂ€sst mich ganz hibbelig auf den finalen Teil warten, der, wenn es nach mir ginge, eher heute als morgen erscheinen sollte.
Ganz klar: 5 Pancakes fĂŒr DIE VERSCHWORENEN!

5 Comments

  • Tina

    Hach Lisa, wie schön dass es dir ebenso gut gefallen hat! Es ist echt klasse, wenn man ein Highlight hat und dann kann die Fortsetzung daran anknĂŒpfen. Da bekomm ich richtig Lust es wieder von vorne zu lesen, wenn ich deine Rezi anschaue 😉

    Liebe GrĂŒĂŸe!

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