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Rezension: Für immer die Seele (Transcendence)

Für immer die Seele

C.J. Omololu

Verlag: Dressler (Januar 2013)
Seiten: 384
Preis: 17,95€ (HC)
Band 1 von 3 (Für Immer Trilogie/Transcendence)
Originaltitel: Transcendence
Wertung: ●●●●●

KLAPPENTEXT

„Als die sechzehnjährige Cole den Tower von London besichtigt, wird sie plötzlich von einer unglaublich realistischen Vision heimgesucht. Doch es sind nicht nur Bilder, die sie plagen, Cole spürt geradezu, was sie sieht: eine Jahrhunderte zurückliegende Enthauptung! Überwältigt fällt sie in Ohnmacht. Und das Erlebnis im Tower ist kein Einzelfall. Wohin Cole auch geht, was sie auch berührt, seit Kurzem fühlt sie sich ständig in andere Zeiten und an Orte versetzt, die sie nie zuvor gesehen hat. Sie versteht die Welt nicht mehr. Wird sie vielleicht verrückt?

Als Cole wieder zu sich kommt, liegt sie in den Armen des gut aussehenden Griffon. Er erkennt sofort, dass sie etwas ganz Besonderes ist – genau wie er. Griffon erscheint Cole seltsam vertraut, und sie hat das Gefühl, dass es zwischen ihnen eine tiefe Verbindung gibt, ein gemeinsames Schicksal. Und tatsächlich: Griffon weiß, was es mit den sonderbaren Visionen auf sich hat. Cole ist wie er ein Mensch, der sich an seine früheren Leben erinnern kann. Und sie befindet sich in Gefahr! Als Cole die Puzzlestückchen ihrer ehemaligen Existenzen zusammensetzt, entdeckt sie, welch dunkles Geheimnis sie und Griffon verbindet. Kann sie dem Jungen, den sie liebt, wirklich vertrauen?“  QUELLE COVER UND KLAPPENTEXT

MEINE MEINUNG 

Mein erster Gedanke, als ich den Klappentext von Für immer die Seele gelesen habe, war: London, juchuu! Ich bin ein großer London-Fan und mag auch Geschichten, die dort spielen. Dementsprechend euphorisch bin ich auch an das Buch rangegangen. Und da war er, der Tower und mit ihm Cole und ihre Schwester. Ich habe den Tower of London selbst schon besucht und daher konnte ich mir die Atmosphäre dort sehr gut vorstellen und ich kann auch sagen, dass die Autorin sie gut eingefangen hat. Dann noch in Verbindung mit den eingeritzten Wörtern in der Wand und Coles Visionen… ich mochte den Anfang total, auch wenn ich da Cole noch nicht so gut kennengelernt habe.

Dann aber wurde mein Lesespaß etwas gedämpft, weil es dann anfing, klischeehaft zu werden. Im Klappentext wird es ja auch schon angedeutet, aber ich hatte im Stillen darauf gehofft, dass es dort übertrieben dargestellt ist, dem war aber leider nicht so. Es lief also nach dem Schema: schüchternes Mädchen trifft auf außerordentlich gutaussehenden Jungen und fühlt sich sofort mit ihm verbunden. Es ist aber kein Ich-werde-dich-bis-zum-Ende-meiner-Tage-lieben-Verbunden, sondern etwas eher Unromantisches. Ich konnte mir zu diesem Zeitpunkt immer noch kein klares Bild von Cole machen und von Griffon noch weniger. Aber da hatte ich ja auch erst ein paar Seiten mir. 

Mit Coles Rückkehr nach San Francisco macht die Geschichte dann eine Wendung durch, die ich so nicht erwartet hätte und die mir wirklich gut gefallen hat (auch wen London nicht mehr als Schauplatz diente). Wie oben schon angedeutet geht es um Menschen, die sich an ihre früheren Leben erinnern können – die Akhet. Auch Cole ist einer davon, aber es dauert ganz schön lange, bis sie es sich eingesteht. Ich finde diese Idee wirklich gut, weil sie sich von vielen anderen Büchern abhebt. Es gibt oft Zeitreise- oder Geistergeschichten, aber so etwas wie in Für immer die Seele, so eine „Mischung“ aus beidem gibt es nicht. Also weder eine richtige Zeitreise noch ein echter Geist kommen vor, aber in abgewandelter Form sind sie dennoch da, in Form von Visionen aus der Vergangenheit und den Seelen, die mehrere Leben leben. Es war interessant über dieses Konzept nachzudenken und ein bisschen zu spinnen und sich vorzustellen, was man selbst wohl mal für ein Mensch gewesen sein könnte. Daher übt die Geschichte auch eine ganz eigene Faszination aus. 

Neben den „normalen“ Akhets, die ihre Leben leben und versuchen, das Beste daraus für sich und die Menschheit zu machen, gibt es auch solche, die Rache für etwas verüben wollen, dass ihnen in einem früheren Leben angetan wurde. Auch solche gibt es in Für immer die Seele und daraus kristallisiert sich auch die Gefahr für Cole. Erst ist sie nur so ein „Hintergrundrauschen“, dann aber wird sie immer klarer und Cole muss einige Rückschläge einstecken. Dieses Hin und Her und das Rätseln waren spannend, aber haben mich auch ein bisschen wahnsinnig gemacht, weil ich endlich wissen wollte, wer und vor allem warum dieser jemand so einen Hass auf Cole hat und solch eine Gefahr für sie darstellt.

Es dauert eine ganze Weile, bis das Buch wirklich an Fahrt und Spannung aufnimmt, weshalb es auch ein bisschen gebraucht hat, bis ich vollkommen davon eingenommen wurde. Der Schreibstil der Autorin macht es aber von Anfang an leicht, sich im Buch wohlzufühlen, weil er sehr atmosphärisch ist und im Kopf klare Bilder hervorrufen kann. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr merkt man auch, dass es nicht nur eine Liebesgeschichte ist, sondern dass die Beziehung zwischen Cole und Griffon ein Teil der Geschichte der Akhets ist und nicht immer im Vordergrund steht. Das fand ich sehr gut, ebenso, dass es keine Dreiecksbeziehung gibt (liest man sich aber den Klappentext zu Teil 2 durch, ist dort wohl das Gegenteil der Fall.) Griffon ist derjeninge, der Cole in die Welt der Akhets einführt und damit für sie mehr ist, als einfach nur ein Junge, mit dem sie sich verbunden fühlt. Die Beziehung der beiden ist wirklich etwas Besonderes, aber auch hier ist nicht alles so einfach, wie es scheint. Ich mochte die beiden zusammen sehr, weswegen ich mich an einem Punkt der Geschichte sehr über die Entwicklung erschrocken habe.

Zum Ende hin ist es dann aber wirklich spannend und das in zweierlei Hinsicht. Nämlich einmal in Bezug auf die Rache-Akhets und in Bezug auf die Beziehung zwischen Cole und Griffon. Ich konnte kaum noch aufhören zu lesen .Im Buch gibt es nicht nur Schwarz und Weiß oder Gut und Böse, manchmal ist es nicht so einfach. Muss jemand, der früher „böse“ war, es heute auch noch sein? Wiederholen sich die Ereignisse aus der Vergangenheit? Das sind Fragen, die im Laufe des Buches immer interessanter werden und in einer Auflösung enden, die sehr überraschend und auch schockierend war.

Die Charaktere, allen voran Cole und Griffon, machen im Buch zwar keine komplette Wandlung durch, aber ihre Entwicklung ist erkennbar. Beide sind sehr sympathische Charaktere, mit denen ich erst warm werden musste, die ich dann aber doch sehr lieb gewonnen habe. Manchmal sind beide aber auch etwas… mh wie soll ich es sagen? Manchmal musste ich mit dem Kopf schütteln. Cole glaubt einmal, nur weil sie mit Griffon allein auf sein Zimmer geht, dass es „zur Sache geht“. Mädchen, man kann auch mit Jungs alleine sein, ohne dass sie einem gleich an die Wäsche gehen. Und Griffon, tja der fährt einmal mit Cole auf einem Motorrad zu einer Strand-Party und das erste war er tut ist: Er holt sich ein Bier. Unverantwortlich. Manche Dinge lernt man wohl auch nicht dann, wenn man mehrere Leben dafür Zeit hatte. Es sind nur Kleinigkeiten, aber sie bleiben trotzdem bei mir hängen.

FAZIT

Für immer die Seele konnte mich mit der Geschichte über die Akhets überzeugen und nach anfänglichen Schwierigkeiten (bezüglich des Liebes-Klischees) war ich wie gebannt. Cole und Griffon sind sehr sympathische Charaktere, denen man bei der Entwicklung zuschauen konnte, die aber auch noch einiges voneinander lernen können. Ich fand es toll, dabei zu sein und hatte einfach viel Spaß beim Lesen. Romantik, Spannung, Rätsel. Überraschungen und eine neue, faszinierende Grundidee – alles mit dabei 🙂 

Transcendence

Für immer Trilogie

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