♥ Rezension,  Dystopie

Rezension „Renegade“

Renegade


J.A. Souders

Verlag: ivi
(August 2012)
Seiten: 368
Preis: 16,99€
(HC)
Band 1 von 3?
Originaltitel:
Renegade
Wertung: ♥♥♥♥

Danke an den
ivi Verlag für das Rezensionsexemplar!

Klappentext

Evies Leben
ist perfekt – perfekt geplant und überwacht von Mutter, der Herrscherin über
die Unterwasserstadt Elysium. Schon bald soll die 16-Jährige über die
geheimnisvolle Welt regieren. Doch als sie sich ausgerechnet in ihren Feind
verliebt, wird klar, dass das perfekte Leben in Elysium eine einzige Lüge ist.
Elysium liegt am Grund des Meeres, abgeschirmt vom Rest der Welt. Dort hat
Mutter ein Paradies für all jene Menschen geschaffen, die vor den Kriegen der
Oberfläche fliehen konnten. Sie organisiert den Alltag der Bewohner, schützt
sie vor Gefahren und regelt sogar die Geburten. Doch dieser Friede wird teuer
erkauft – Gefühle sind in Elysium verboten, Berührungen unter Liebenden werden
mit dem Tod bestraft. Evie vertraut in dieses System – doch als Gavin, ein
Oberflächenbewohner, in ihre Welt eindringt, weckt der junge Mann Zweifel in
ihr: Warum plagen sie Erinnerungslücken? Weshalb besteht Mutter auf Evies
tägliche Therapie-Sitzungen? Und wieso kann sie sich durch Gavin an Dinge
erinnern, die absolut unmöglich sind? Evie erkennt, dass sie Teil eines
gewaltigen Plans ist, aus dem es für sie ohne Gavin kein Entrinnen gibt.

Meine Meinung

Wenn ich Renegade mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre das: atemlberaubend. Ich habe
angefangen, Renegade zu lesen und erst nach der letzten Seite wieder aufgehört.
Das Buch hat mich mit seiner Spannung so mitgerissen, dass ich
gar nicht anders konnte. 

Wer glaubt,
alle dystopischen Themen und Szenarien seien schon ausgelutscht, der wird  von Renegade überrascht sein. Eine Stadt
unter Wasser, völlig abgeschottet von der Oberfläche, in der man alles andere
als ein normales Leben führt und in der „Mutter“ herrscht.  So wird Evies Mutter von allen in Elysium
genannt. Alles wird von ihr kontrolliert, vom Beruf bis hin zum Kinderkriegen –
Zufalls scheint es in Elysium nicht zu geben.  Schnell habe ich als Leserin gemerkt, dass
Mutter nicht nur streng, sondern auch grausam ist. Hinzu kommen am Anfang jedes
Kapitels kurze Auszüge aus Gesetzbüchern o.ä. in der das gesamte Ausmaß der
Kontroll-Herrschaft noch einmal deutlich wird. 

Der Anfang
des Buches war aber nicht nur erschreckend in Hinsicht auf Mutter, sondern auch
etwas verwirrend in Bezug auf Evie. Sie kommt anfangs sehr einfach gestrickt,
fast schon doof rüber und ihre ständigen Wiederholungen haben mich anfangs ein
bisschen wahnsinnig gemacht. Doch schnell habe ich dann gemerkt, was es damit
auf sich hat und dafür ist es einfach perfekt! 
Perfekt, um die Ausmaße der Macht und die Grenzenlosigkeit Mutters zu
zeigen, und perfekt um Evies Entwicklung widerzuspiegeln. 

Die Entwicklung
macht nämlich einen großen Schritt in eine neue Richtung, als Gavin,
Oberflächenbewohner und damit Staatsfeind Nummer 1, in Evies Garten eindringt
und verhaftet wird.  Die folgenden Szenen
zwischen den beiden haben mich ein wenig an die zwischen June und Day aus Legend
erinnert. Er ein Gefangener und der Feind, sie die Hoffnung ihrer Stadt und ihm
„übergeordnet“. Gavin ist ein schlaues
Kerlchen und kommt schnell dahinter, was Mutter mit Evie „anstellt“ und er
versucht Evie dazu zu bringen, es sich einzugestehen und dagegen anzukämpfen.
Das ist aber gar nicht so einfach und führt an der einen oder anderen Stelle zu
Szenen, in denen Evies Einstellung zu kippen droht… Waah, was habe ich
mitgefiebert!

Leider fand
ich die aufkommende Zuneigung zwischen Evie und Gavin etwas zu überstürzt und
viel zu innig für die kurze Zeit, die sie miteinander verbracht haben. Besondere
Umstände mögen ja besondere Maßnahmen erfordern, aber in der Liebe sollte das
doch nicht gelten. Dennoch fand ich die beiden zusammen sehr angenehm und ich
war ihnen im Laufe der Geschichte immer mehr zugetan.  Die beiden sind keine herausragenden
Charaktere, aber sie haben etwas an sich, wodurch man gar nicht anders kann,
als sie zu mögen. Zumindest ging es mir so. 

Für Evie und
Gavin beginnt bald ein, nennen wir es mal Streifzug, durch die Stadt Elysium. Was
dabei über Elysium und Mutter herauskommt ist einfach faszinierend abschreckend…
Kann man das so sagen? Also einerseits war ich sehr vom Konzept und der Idee
hinter Elysium fasziniert, aber was Mutter alles anstellt, um den „Frieden“ zu
wahren und ihre Vergangenheit sind mehr als abschreckend. Böse Schwiegermutter,
Hexe, die nervige Tante, die oberstrenge Lehrerin und größenwahnsinnige
Akademie-Leiterin – all diese Charaktere verschmelzen  zu einer und bilden Mutter.  Ich hatte die ganze Zeit eine Heidenangst vor
der Frau, und wollte mich beim Lesen des Buches verstecken… Da könnt ihr mal
sehen, was für einen Einfluss sie hat! 

„Geht doch da
lang! …. Neiiiin, nicht da! Links! Das andere Links!…. Waaaaah, Leuteeee! …Oh
nein , nicht SIE schon wieder!…. Das gibt’s doch nicht!….Jaaaa, endlich!..
Ach nein, verdammt!… Jetzt aber!…“
Lisa – beim Lesen von Renegade (Seite:
Von Anfang bis Ende)

Wie ihr an
obigem Zitat erkennen könnt, hat Renegade mich wirklich mitgerissen und auch
aufgewühlt. Die Handlung ist ein nicht enden wollendes Hin und Her, ständig
kommen neue Dinge  zum Vorschein, neue
Gefahren tauchen auf und es scheint immer wieder in einer Sackgasse zu enden. 

Doch statt in
einer Sackgasse steht man am Ende Enthüllungen gegenüber, mit denen man gar
nicht gerechnet hat. Zumindest ich nicht. Das ist es, was ich an Renegade so
mag: Auch wenn man denkt, jetzt kommt nichts mehr, wird noch einmal etwas
aufgedeckt, was einem die Sprache verschlägt.

Ich war ganz
im Sog des Buches und am Ende erleichtert. Einerseits, weil das Buch ein Ende
hat, das ich gut fand, andererseits aber auch, weil das Ende kein gemeiner
Cliffhanger ist. Man könnte Renegade für sich alleine lesen, ohne Angst zu
haben, etwas zu verpassen. Trotzdem: Ich will mehr! Oder wie es hier passen
würde: Ich will Meer 🙂
Fazit

Wer
dystopische Bücher mag der MUSS dieses Buch einfach lesen! Eine tolle Idee
wurde in Renegade ebenso toll umgesetzt. Leider ist die Liebesgeschichte nicht so überzeugend, daher ein wenig Abzug.

4 Pancakes
für Renegade!

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