♥ Rezension,  Historisch,  Urban Fantasy

Rezension zu „Die Alchimistin“

Die Alchimistin 

 ♥ Kai Meyer

Verlag:
Heyne (Okt.2011)
Seiten: 512
Preis:
12,99€ (TB)
Band 1 von 3 (Die
Alchimistin 01)
Wertung: ♥♥♥♥
Inhaltsangabe

Im düsteren Schloss ihrer Ahnen wächst Aura Institoris inmitten eines
Labyrinths endloser Gänge und Säle heran. Als ihr verhasster Vater, ein Alchimist,
getötet wird, verliebt sie sich ausgerechnet in seinen Mörder – den mysteriösen
Gillian. Sein Auftrag ist es, auch Aura zu ermorden. Doch Gillian stellt sich
für sie gegen seinen Meister. Gemeinsam geraten die beiden zwischen die Fronten
eines Krieges zwischen Unsterblichen, deren Hass die Jahrhunderte über dauert
hat.

 

♥♥♥
Dass ich ein
Fan von Kai Meyers Büchern bin, habe vermutlich schon öfter erwähnt. Die Bücher
über die Wellenläufer, Merle, das Wolkenvolk und die Arkadien Trilogie habe ich
alle verschlungen! Als Kai Meyer dann auf der Buchmesse die Neuauflage der
Alchimistin vorgestellt hat, wusste ich: Dieses Buch muss ich haben! Gesagt, gekauft.
Da saß ich nun, mit diesem schon etwas „älterem“ Werk von Herrn Meyer, dass
kein Jugendbuch, sondern eher ein Buch für Erwachsene ist und war sehr gespannt
darauf!
Leider waren
meine ersten „Auseinandersetzungen“ mit dem Buch nicht von Erfolg gekrönt. Ich
habe es mehrmals angefangen, abgebrochen, erneut angefangen… irgendwie wollte
der Funken einfach nicht überspringen. Ich weiß auch jetzt immer noch nicht
genau, woran das lag. Jedenfalls habe ich mir dann gesagt: “Lisa, Kai Meyer hat
dich bisher noch nie enttäuscht, lies das Buch endlich!“ Etliche Tassen Tee,
mehrere Tafeln Schokolade und viele Seiten später dachte ich dann: Warum hab
ich es nicht schon früher weitergelesen? Das Buch ist toll, wenn man erst mal
den Einstieg gefunden hat!
Zunächst muss
man sich erst mal mit einer Menge Hintergrundinformationen und den
unterschiedlichsten Charakteren auseinander setzen. Keiner der Charaktere im
Buch kann man als „normal“ bezeichnen. Jeder hat seine eigenen Eigenschaften,
die manchmal auch sehr, sagen wir mal, befremdliche Züge annehmen. Aura hat
sich die Innenseiten ihrer Oberschenkel mit Ohrringen gepierct, was etwas mit
ihrem zukünftigen Aufenthalt im Internat zu tun hat, ihre Mutter hat ein
„Faible“ für Muscheln, Nestor kommt von seinem Dachboden eigentlich gar nicht
mehr runter und Gillian ist ein Hermaphrodit. Die Personen in Die Alchimistin
sind also alles andere als „normal“, aber gerade das macht sie auch so
interessant! Ich frage mich immer wieder, woher Kai Meyer die Ideen für solche
Charaktere hernimmt. 
Neben der
Einführung der Charaktere bekommt man auch nach und nach mit, in welchen
Verhältnissen Aura, ihre Familie und auch Gillian leben. Keiner von ihnen führt
ein Leben, wie man es vielleicht erwartet. Man erlebt mit, wie sich Auras und Gillians
Wege kreuzen und dann wieder trennen, und wie keiner der beiden mehr so ist,
wie er vorher war. Zu diesem Zeitpunkt weiß man noch nicht genau, worauf das
Ganze hinauslaufen soll und was hinter all dem steckt. Ich denke mal, dass es
diese Informationsflut und meine nicht vorhandene Vorstellungskraft die Gründe
dafür waren, dass mich das Buch am Anfang etwas überfordert hat.
Wenn man
sich aber erst mal auf die Geschichte eingelassen hat und man so nach und nach
versteht, was der ganze „Spuk“ soll, dann wird Die
Alchimistin
fesselnd und interessant! Es gibt die berühmten
„Aha“-Momente und ich war auch ganz stolz, dass ich den Entschlüsselungen
folgen konnte. Die Geschichte zusammenzufassen ist wirklich unglaublich schwer,
denn es passiert so viel! Was ich aber sagen kann ist: Die
Alchimistin
ist in 2 „Bücher“ unterteilt, die von der Zeit her 7 Jahre
auseinander liegen. Das erste Buch kam mir wie eine Art Einführung in die
Thematik vor und das zweite Buch ist dann wirklich atemberaubend spannend und
voll von Antworten auf die Fragen aus Buch Eins!
Durch den
Zeitsprung werden außerdem noch zwei Sachen bewirkt: 1. Die Charaktere werden
dem Leser etwas fremder, weil man einen Teil ihrer Entwicklung verpasst hat,
wodurch man 2. dazu gezwungen ist, sie noch einmal neu kennenzulernen. Dabei
ist es nicht selten, dass man seine Meinung über den einen oder anderen
Charakter ändert. Doch nicht nur als Leser macht man diese Erfahrungen, auch
die Charaktere untereinander müssen das feststellen. Durch diese „Wendung“ im
2. Buch bleibt Die
Alchimistin
durchweg
aufregend und interessant. Vor allem aber auch, weil immer noch neue Charaktere
hinzukommen. 
Die Alchemie
spielt im Buch natürlich eine entscheidende Rolle. Es geht um den Stein der
Weisen, das ewige Leben und und und… Dabei wirken die Aspekte an keiner
Stelle unglaubwürdig oder übertrieben sondern passen perfekt in die Geschichte.
Es ist alles sehr gut durchdacht, aufeinander abgestimmt und auch sehr
verständlich erklärt.
Was ich bei
Kai Meyer auch immer so toll finde ist, dass er den Leser immer wieder
überraschen kann. Immer wenn man denkt, ok, jetzt ist es aber mal gut, setzt
Herr Meyer noch einen drauf! Das ist nur positiv gemeint 🙂 ! Der Mann hat
vielleicht Ideen! Unglaublich 😀 Interessant dazu sind auch das Nachwort des
Autors und die Anmerkungen zur Entstehungsgeschichte zum Buch. Dort werden
einige Alchimistische Sachen und die Entwicklung der Charaktere noch einmal
genauer beleuchtet. Es ist toll zu erfahren, was ein Autor und sein Buch „durchmachen“
müssen, bis das Buch dann so ist, wie es im Laden erscheint. 
Als ich Die
Alchimistin
gelesen habe, habe ich manchmal
vergessen, dass es nur ein Buch ist und dementsprechend auch mal geflucht, wenn
ihr mich an einer Stelle total geärgert habe. Nicht weil das Buch schlecht ist,
sondern eher weil einer der Charaktere im Buch etwas total Doofes gemacht hat,
oder etwas Schlimmes passiert ist. Genau so habe ich aber auch gelacht, mal ein
Tränchen vergossen  und den Atem an spannenden Stellen angehalten. Ein
Buch, in dem eine Welt entsteht, durch die man seine eigene ein bisschen
vergisst, ist etwas wirklich Tolles 🙂
 Fazit
Mit Die
Alchimistin
hat mir Kai Meyer wieder einmal
gezeigt, was für tolle Geschichten er schreiben kann! Die
Alchimistin
ist kein Buch für zwischendurch, sondern braucht an manchen
Stellen volle Aufmerksamkeit, belohnt den Leser aber mit einer unglaublich
fantasiereichen und spannenden Handlung! Ich kann jeden verstehen, der dieses
Buch mag, ich kann aber auch nachvollziehen, wenn es Leseratten gibt, die mit
dem Buch nicht so viel anfangen können. Mir hat es jedenfalls gut gefallen 🙂
Wegen der anfänglichen Schwierigkeiten gibt es aber leider etwas Abzug…
Die
Alchimistin
bekommt 4 Pancakes von mir!

2 Comments

  • Jessi

    bin gerade etwas zwiegespalten ^^
    wenn ein Buch am Anfang nicht so gut ist, habe ich immer wenig Motivation weiterzulesen, aber vielleicht gefällt mir das Buch ja unglaublich gut =) ich sollte mal Probelesen in einem Laden *gg*

  • Miss_Watson

    Hallo Jessi!

    Bei mir entscheidet sich auch recht schnell, ob ich ein Buch mag oder nicht. Der Anfang des Buches war wirklich etwas "anstrengend" aber es loht sich auf jeden Fall, weiterzulesen! Eine Leseprobe würde ich dir aber durchaus empfehlen!

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