♥ Rezension,  Dystopie,  Englisch

Rezension zu „Divergent“

Divergent

♥ Veronica
Roth

Verlag: Katherine
Tegen Books (Mai 2011)
Seiten: 576
Preis: 7,90€ (TB)
Englische Originalausgabe
Deutscher Titel: Die
Bestimmung (cbt)
Band 1 von 3
(Divergent Trilogie)
Wertung: ♥♥♥♥
Inhaltsangabe
In Beatrice Prior’s dystopian Chicago world, society is divided into five
factions, each dedicated to the cultivation of a particular virtue—Candor (the
honest), Abnegation (the selfless), Dauntless (the brave), Amity (the
peaceful), and Erudite (the intelligent). On an appointed day of every year,
all sixteen-year-olds must select the faction to which they will devote the
rest of their lives. For Beatrice, the decision is between staying with her
family and being who she really is—she can’t have both. So she makes a choice
that surprises everyone, including herself.
During the highly competitive initiation that follows, Beatrice renames
herself Tris and struggles alongside her fellow initiates to live out the
choice they have made. Together they must undergo extreme physical tests of
endurance and intense psychological simulations, some with devastating
consequences. As initiation transforms them all, Tris must determine who her
friends really are—and where, exactly, a romance with a sometimes fascinating, sometimes
exasperating boy fits into the life she’s chosen. But Tris also has a secret,
one she’s kept hidden from everyone because she’s been warned it can mean
death. And as she discovers unrest and growing conflict that threaten to
unravel her seemingly perfect society, she also learns that her secret might
help her save those she loves . . . or it might destroy her.
ACHTUNG: Da ich meine Meinung zu dem Buch nicht anders
ausdrücken konnte, enthält die Rezension ein paar Spoiler. Wenn ihr das Buch
noch nicht gelesen habt, es aber unbedingt noch tun wollt, dann überlegt euch
lieber zwei mal, ob ihr diese Rezension lesen wollt. Mein Fazit kann man aber
gefahrlos lesen, denke ich 😉
♥♥♥
Puh, ich
glaube, es ist mir noch nie so schwer gefallen, eine Rezension zu schreiben.
Versteht mich bitte nicht falsch, ich finde, Divergent ist ein
wahnsinnig gutes Buch, es hat aber auch ein paar Seiten, von denen ich nicht
genau weiß, was ich von ihnen halten, oder wie ich mit ihnen  umgehen
soll.
Lasst euch
erst mal gesagt sein: Divergent war nicht so, wie ich es erwartet habe.
Ich wusste lediglich, es ist eine Dystopie, es gibt 5 Fraktionen und nun ja…
viel mehr wusste ich nicht. Ich hatte die Inhaltsangabe total vergessen, als
ich angefangen habe, das Buch  zu lesen, deswegen war ich doch sehr
überrascht und teilweise auch überrumpelt davon, was das Buch beinhaltet. Ich
dachte, es ist eine eher „gemäßigte“ Dystopie, zumal sie ja schon ab 14 Jahren
empfohlen wird. Nun, nachdem ich das Buch gelesen habe, muss ich aber sagen: 14
ist definitiv zu jung!
Aber erst
mal ganz langsam. Beatrice lebt in einer Stadt, in der die Menschen auf 5
Fraktionen aufgeteilt sind, die jeweils eine Charaktereigenschaft
widerspiegeln. Das ist eine wirklich sehr eigene Organisation, denn ich finde,
sich für nur eine dieser Eigenschaft zu entscheiden ist wirklich schwer, zumal
eine Mischung aus allen doch am besten wäre. Sowohl für den Einzelnen, als auch
für die Gesellschaft. Die Menschen, die führende Positionen besetzten sollten
nicht nur selbstlos, sondern auch intelligent, ehrlich und freundlich sein.
Dass ein solches System nicht lange bestehen kann, das ist ja wohl klar. Eine
Fraktion wird sich gegenüber den anderen immer benachteiligt fühlen. Divergent
spielt zu einer Zeit,  in der der Frieden zwischen den Fraktionen am
Bröckeln ist..
Beatrice hat
mich anfangs vor ein paar Rätsel gestellt. Ich wusste nicht genau, was ich von
ihr halten soll. Das „brave“ Mädchen Image, wie es einige andere
Protagonistinnen heutzutage haben, erfüllt sie nicht. Es ist schwierig, sich
ein Bild von ihr zu machen, weil sie zuweilen selbst nicht weiß, wo genau sie
hingehört. Da ich sie nicht einschätzen konnte, hatte ich keine Ahnung, für
welche Fraktion sie sich wohl entscheiden würde. Dementsprechend hat mich ihre
Entscheidung nicht überrascht, aber ich habe sie auch nicht erwartet. Man muss
dabei bedenken, dass Beatrice es auch wirklich schwierig hat, sich zu
entscheiden, da sie ja „divergent“ ist. Das bedeutet, in dem Test, der die
Jugendlichen ihren Fraktionen zuordnen soll, konnte bei ihr nicht genau
ermittelt werden, in welche Fraktion sie gehört. Sie hat also mehr
Wahlmöglichkeiten als die meisten anderen. Genau das ist aber gefährlich, denn
die Leute, die divergent sind, müssen sich hüten…
Wie wichtig
es ist, das geheim zu halten, merkt Beatrice erst, als es schon fast zu spät
ist.
AB HIER SPOILER Beatrice, die sich dann in Tris umnennt, entscheidet
sich für die Dauntless Fraktion,
also die Furchtlosen. Was sie dort erwartet, überschreitet wirklich
jegliches Maß an Brutalität und sinnloser Gewalt. Andere zusammenzuschlagen und
gegenseitiges Übertreffen hat für mich nichts mit Furchtlosigkeit zu tun,
sondern mit blinder Zerstörungswut. Die Dauntless haben sich nicht in der
Richtung entwickelt, für die sie einmal „gegründet“ wurden. Das müssen sich die
Mitglieder dieser Fraktion auch eingestehen, obwohl aber die meisten wohl kein
Problem damit zu haben scheinen.
Ich habe das
Geschehen einerseits mit Schrecken, andererseits aber auch mit Faszination
verfolgt. Tris und die anderen Jugendlichen, die sich für die Dauntless
entschieden haben, müssen wirklich furchtbare Sachen über sich ergehen lassen.
Bei der Beschreibung der brutalen Kampfszenen hat es mir allein vom Lesen
überall wehgetan. Es ist schon erschreckend, wie fasziniert man angesichts
dieser vielen Gewalt trotzdem noch sein kann. Ich hätte ja jederzeit aufhören
können zu lesen, um mich von dieser abschreckenden Handlung zu befreien. Aber ich
habe es nicht getan. Ich war viel zu neugierig. Das ist schon ein eigenartiges
Gefühl.
Die Handlung
umfasst größtenteils den „Alltag“ von Tris, den Drill der Jugendlichen, die
Mitglieder der Dauntless werden wollen. Als wäre dieser „Alltag“ nicht schon schlimm
genug, kommt nach und nach eine Art Intrige zum Vorschein, die wirklich
schauderhafte Ausmaße annimmt. Es ist eine wirklich spannende Entwicklung und
bis zur Auflösung selbst hatte ich keine Ahnung, was das eigentliche Geheimnis
ist. 
Am Ende war
ich einfach nur fassungslos. Aber auch ein bisschen fasziniert. Ich war hin und
her gerissen, also auch divergent. Divergent hat es geschafft, dass ich
am Ende über Entscheidungen von Tris geurteilt habe, allerdings auf eine Art
und Weise, die mich doch sehr erschreckt hat. Ihr müsst euch das so vorstelle:
Tris tötet am Ende einen ihrer Freunde, aus Gründen, die „nachvollziehbar“
sind, lässt aber einen anderen, der ihr wirklich übel mitgespielt hat am Leben.
Mein Gedanke im ersten Moment war, wieso um alles in der Welt lässt sie ihn
Leben? Wenn einer den Tod, verdient hat, dann doch er! Genau dieser
Gedankengang hat mich erschreckt. Ich habe mich erschrocken vor mir selbst. Ein
echt komisches Gefühl. Tris, die wirklich üble Dinge über sich ergehen lassen musste,
und die allen Grund gehabt hätte, sich zu rächen, widersteht diesem Drang ihn
zu töten und ich, als Beobachter, raste darüber total aus. Da bekommt man einen
kleinen Abgrund in sich selbst gezeigt. 
Es gibt
neben den eigenen Gefühlen aber auch einige andere Charaktere, die Dinge von
sich preisgeben, mit denen man nicht gerechnet hat. Da glaubt man, man wisse
alles über jeden und dann muss man sich eingestehen, dass dem wohl doch nicht
so ist.
Neben all
der Gewalt und den erschreckenden Szenarien gibt es in Divergent aber
auch Dinge, die schön sind und einen Hoffnungsschimmer in all dem Schrecken
bieten. Ich rede hier von der Verbindung zwischen Tris und Four, die im Laufe
der Geschichte immer stärker wird. Natürlich haben sie aufgrund der äußeren Umstände
nur geringe Chancen, eine „normale“ Beziehung zu führen, aber gerade dieses
Bangen, die Hoffnung darauf, dass die beiden zusammen kommen können, begleiten
den Leser durch das Buch und geben zwischenzeitlich auch ein positives
Gefühl. 
Ein bisschen
schade finde ich, dass es bei den Beschreibungen von einigen Handlungsorten
doch etwas am Detail mangelt, so dass ich mir manche Szenarien nicht wirklich
bildlich vorstellen konnte. Dem Lesefluss hat das kein Abbruch getan, aber ich
habe es doch lieber, wenn ich weiß wo ich bin und wie es da aussieht, also
lesetechnisch natürlich.
Fazit
Bevor man Divergent
liest, sollte man wissen, worauf man sich einlässt. Es ist brutal, hart,
erschreckend, aber auch faszinierend, mitreißend und sehr emotional. Ich habe
die spannende Handlung mit Schrecken, aber auch mit Neugierde verfolgt, bin
dabei über die Charaktere und über mich selbst erschrocken. Ich Leserin fühle
mich in meinen Gefühlen zum Buch auch divergent, der Name ist also Programm.
Die viele Gewalt in dem Buch und die Abgründe der Personen sind kein leichter
Stoff und man muss sich darauf einstellen, das eine oder andere Mal kräftig zu
schlucken. Ich finde, die Altersempfehlung von 14 Jahren ist zu niedrig
angesetzt! Ich bin jetzt 21 und habe schon einige Dystopien gelesen und Divergent
hat mich nicht kaltgelassen, im Gegenteil, die Geschichte verfolgt mich immer
noch. Trotz allem, ich bin begeisters von diesem Debut!
4 Pancakes für Divergent!
Werde ich die Fortsetzung lesen?

Definitiv JA [x]  Sehr wahrscheinlich [ ]  Vielleicht [ ] Eher nicht [ ] Definitiv NEIN [ ]

Divergent
  • Band 1
EN: Divergent
DE: Die Bestimmung 

  • Band 2
EN: Insurgent
DE: ??

  • Band 3
EN: ??
DE: ??

5 Comments

  • Jacquy

    Ich habe schon von einigen gehört, dass sie die Altersempfehlung von 14 Jahren zu niedrig angesetzt finden, allerdings hatte ich mit dem Buch kein Problem, obwohl ich 14 war, als ich es gelesen habe. 😉
    Sowas ist natürlich immer Ansichtssache. :p Das Buch ist mein absolutes Lieblingsbuch und ich freue mich schon darauf, wenn Band 2 auf Deutsch erscheint. 🙂
    Lg Jacquy

  • Leseengels Bücherblog

    Hmm, also ich finde, du verrätst in deiner Rezi schon zu viel. Ich hab es ja nun selbst auch gelesen. An einige Stellen solltest du aber bitte Spoiler schreiben. Ich hätte glaub ich sonst keine Lust mehr es zu lesen, einfach weil zu viel verraten wird.

    Und ich finde das Buch ab 14 passt. Ja es ist brutal und nicht ohne keine Frage. Aber wenn ich bedenke, dass viele 14/15 Jährige schon Bücher lesen, die eigentlich für Erwachsene sind, dann seh ich das nicht als Problem. Vorallem wenn du dir mal anguckst welche Filme ab 12 frei gegeben sind…

  • Miss_Watson

    @Jacquy: Ich bin bei der Einschätzung auch eher von mir ausgegangen, ich habe mit 14 nicht solche Bücher gelesen 😉 Aber klar, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Es ist gut, wenn man so "früh" schon mit so einer Geschichte umgehen kann, ich glaube aber auch, dass es Jugendliche gibt, die das nicht können.

    @Leseenegel: Danke für den Hinweis! Ich werde gleich noch eine "Warnung" schreiben, dass die Rezi ein paar Spoiler enthält. Ich fand es echt schwer, eine Rezi zu schreiben, ohne auf manche Dinger genauer einzugehen. Ohne die Informationen, die ich gegeben habe, hätte ich meine Meinung nicht ausdrücken können. Ich werde deinen Rat aber beherzigen! Danke 🙂
    Das mit der Altersfreigabe ist mir manchmal echt ein Rätsel. Vor allem bei Filme, wie du schon sagst. Ich bin, wie auch schon oben gesagt, bei der Beurteilung von mir ausgegangen. Aber Zeiten ändern sich ja bekanntlich 😀

  • Anonym

    Hey, ich habe eine Frage.. Also ich habe die Rezi jetzt nicht gelesen, da ich Rezensionen bei Büchern, die ich noch nicht gelesen habe, vorher eigentlich nie lese. Also weiß ich nicht, ob du dieses Thema evtl. schon angesprochen hast, aber ich wollte einmal fragen, wie du das Sprachniveau in dem Buch so einschätzt?
    Ich überlege nämlich dieses Buch auf englisch zu lesen und möchte dann nicht allzu viel verpassen 😉 Ich bin nämlich 17 Jahre alt und komme jetzt in die 12., habe also seit 7 Jahren Englischunterricht. Und ich lese schon öfter englische Bücher, weiß aber nicht ob mein Vokabular gut genug ist, da ich zum Beispiel bei "Dash and Lily's Book of Dares" schon einige Probleme hatte..
    Wäre nett, wenn du mir da helfen könntest 🙂

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