♥ Rezension,  Dystopie,  Englisch

Rezension zu „Legend“

Legend

♥ Marie Lu

Verlag: Puffin (Februar 2012)
Seiten: 304
Preis: 8,50€ (TB)
Englische
Originalausgabe
Deutscher
Titel: Legend / Fallender
Himmel
Band 1 von 3 (Legend Trilogy)
Wertung: ♥♥♥♥
Will
ich haben ♥

Inhaltsangabe 

Los Angeles, California Republic of America 

He is Day. The boy who walks in the light. 

She is June. The girl who seeks her brother’s killer. 

On the run and undercover, they meet by chance. Irresistably drawn
together, neither knows the other’s past. But Day murdered June’s brother. And
she has sworn to avenge his death.

♥♥♥

Legend erzählt eine Geschichte, die aus der
Sicht von zwei Personen beschrieben wird. June und Day. Abwechselnd erzählen
sie aus ihrer Sicht das Geschehen und dieser Perspektivwechsel ist eine tolle
Eigenschaft von Legend. So werden zu Beginn zwei Handlungsstränge
eingeführt, die nichts miteinander zu tun haben, im Laufe der Zeit aber immer
näher zueinander finden, bis sie schließlich zu einer einzigen Handlung
werden. Ich mag diese Art Aufbau wirklich gerne und Legend hat damit
schon von Beginn einen guten Eindruck auf mich gemacht.

Die beiden Hauptpersonen June
und Day sind scheinbar grundverschieden. Beide haben ganz gegensätzliche
Einstellungen gegenüber dem doch skrupellosen Regime und ihre Rolle darin
könnte nicht unterschiedlicher sein.

June ist so etwas wie das
Wunderkind und der Augapfel des Regimes. Mit ihrem 15 Jahren hat sie den besten
Score im alles entscheidenden Test erreicht und sie steht mit ganzem Herzen
hinter der Regierung. June ist für ihr Alter aber auch schon ganz schön
abgebrüht, wenn es um Gewalt geht. Das hat es mir am Anfang etwas schwierig
gemacht, sie zu mögen. Sie kam mir zu unnahbar und zu engstirnig vor.
Beeindruckt war ich allerdings von ihrer „ermittlerischen“ Gabe. Sie erfasst
die Details ihrer Umwelt schnell und setzt sie gekonnt in richtige Informationen
um. Sherlock Holmes lässt grüßen 😉 Im Verlauf der Geschichte hat sich meine
Einstellung ihr gegenüber aber deutlich geändert.

Anders erging es mir mit Day.
Mit ihm konnte ich von der ersten Seite an mitfühlen und ich empfand gleich
Sympathie für ihn. Er ist „Staatsfeind“ Nummer 1, weil er mit allen möglichen
illegalen Aktionen versucht, das schauderhafte Treiben des Regimes zu
verhindern.  Dabei wendet er selbst nie Gewalt an und bringt auch keine
anderen Menschen in Gefahr. Das alles tut er nur, weil er seiner Familie helfen
will, die seine finanzielle Unterstützung nötig hat. Er ist vom Charakter her
wirklich ganz anders als June um im Vergleich zu ihr erscheint er geradezu
sanft. Dann aber tötet er Junes Bruder… oder vielleicht auch nicht?

Dieser „Mord“ ist es, der den
Stein ins Rollen und die Geschichten von June und Day einander näher bringt.
Die Inhaltsangabe verrät ja schon, dass die beiden sich begegnen werden und
deswegen habe ich die ganze Zeit mit Spannung darauf gewartet, vor allem, nachdem
ich die beiden Charaktere etwas näher kennengelernt habe. Auf alles, was nach
dieser Begegnung passiert, gehe ich nicht ein, denn das würde nur den Lesespaß
verderben. 

Die erste Begegnung der
beiden ist etwas Besonderes. June und Day sind von jeweils anderen „fasziniert“
aber beide können sich nicht so recht erklären, woher diese Faszination kommt.
Keine Sorge, die beiden schmachten sich nicht an oder so etwas. Das würde auch
nicht zu ihnen und der Situation passen. Wichtig dabei zu wissen ist aber, dass
keiner der beiden weiß, wer genau der andere ist…vorerst. So beschränkt sich
das „Kennenlernen“ auch sehr auf unwichtige Details und eigentlich erfährt man
in der Zeit, die die beiden miteinander verbringen, nicht viel über sie.
Lediglich in Junes Leben bekommt man einen besseren, wenn auch nur kleinen
Einblick. Die Handlung schreitet schnell voran, so dass einfach keine Zeit
bleibt um diese „Beziehung“ zu vertiefen. So blieb mir beim Lesen noch
allerhand Raum für Spekulationen über die beiden und ich war mir die ganze Zeit
nicht sicher, wie ich sie einschätzen soll.

Sehr wichtig war mir auch,
dass diese Begegnung der beiden sie nicht grundlegend verändert. June wird
nicht auf einmal zum sanften Lamm und Day nicht zu einem treuen Anhänger des
Staates. Man krempelt sein Leben und seinen Charakter nicht einfach von der
einen Minute zur anderen um. So kommt es auch, dass Junes Standhaftigkeit Day
fast zum Verhängnis wird und für einen Handlungsverlauf sorgt, der sehr
mitreißend, aber auch aufregend ist. Immerhin hat sie dem Mörder ihres Bruders
Rache geschworen…

Zwischenzeitlich hat mich
Junes Verhalten erschreckt. Aber June wäre nicht June, würde sie sich nicht von
aussagekräftigen Beweisen umstimmen lassen. So kommt sie nach und nach einer
Geschichte auf die Spur, die ihr viel abverlangt und die für sie sehr
gefährlich werden kann. Immer wieder entdeckt man ein neues Puzzlestück und
wenn sich am Ende alles zusammenfügt dann ist das einfach nur aufregend. June
muss auch bald merken, dass sie Day ähnlicher ist, als sie gedacht hat und dass
er nicht der ist, für den sie ihn hält…

Dazu muss ich noch eines
sagen: In Legend wird ein Rätsel gelöst, aber ein anderes, größeres und
weitreichenderes Rätsel taucht auf. Auf dieses Rätsel wird an manchen Stellen
eingegangen, mit Details hält Marie Lu sich aber zurück, weswegen man am Ende
keine Ahnung hat, was dahinter steckt. Es gibt ein paar Hinweise, durch die man
eine leise Ahnung hat, aber dabei bleibt es dann auch. Da ist ein einzelner,
kleiner Satz, der mich so neugierig gemacht hat! Ich werde aber auf den zweiten
Teil warten müssen, um das Rätsel zu lösen.

Fazit

In Legend trifft man
auf zwei unterschiedliche Charaktere, deren Geschichten zueinander finden, was
für beide sehr viele Gefahren birgt. Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick
scheint und das müssen Day  und June auf ganz unterschiedliche Art und
Weise lernen. Legend bietet eine spannende und unvorhersehbare Handlung
(und das obwohl die Inhaltsangabe den „Knackpunkt“ schon erwähnt), bei der man
von den Entwicklungen mitgerissen wird. Fans von Liebesgeschichten werden mit Legend
vielleicht nicht ganz so glücklich, ich empfehle das Buch aber trotzdem,
weil ich finde, dass es nicht in der Flut an Dystopien untergeht, sondern eine
neue und spannende Handlung bietet.

4 Pancakes für Legend!
Fortsetzung lesen?
Aber sicher! [x]  Vielleicht
 [ ]  Mh…[ ]  Eher nicht [ ]  Nein, Danke! [ ]
Legend Trilogie
  • Band 1
EN: Legend
DE: Legend / Fallender Himmel
  • Band 2
EN: Prodigy (Januar 2013)
DE: ??
  • Band 3
EN: ??
DE: ??

6 Comments

  • Tanja

    mich hat das buch erst gar nicht interessiert, jetzt will ich es unbedingt lesen 😀 ich hab inzwischen so viel gutes gehört und das du schreibst, das eher weniger liebesstory gibt = yay ^^

    • Miss_Watson

      Ich hatte es auch lange ganz unten auf die Wunschliste verbannt, weil es erst so viele mittelmäßige Rezensionen gab. Dann aber dachte ich mir, wieso nicht.
      Die Liebesgeschichte hält sich wirklich in Grenzen. Klar, die Gefühle spielen eine Rolle, aber es ist fern ab von Kitsch und Schnulz. Da habe ich wirklich schon schlimmeres gesehen 😉 Ich kann dir das Buch nur empfehlen 🙂 Vllt hast du ja bei der English Challenge Verlosung Glück, und darfst dir Legend raussuchen 😉 Apropos, hast du mittlerweise alle Rezis auch verlinkt? LG <3

    • Tanja

      ich habe mir legend schon vor ner weile ertauscht und warte noch drauf, die mit der ich es getauscht habe, muss das nämlich erst noch selber lesen 😉 aber bei deinen gewinnen sind auch noch viele andere tolle bücher bei ^^ ich find die ganze challenge idee eh super und glaub ich denk mir sowas auch mal aus ;P

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