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Rezension zu „Masken“

Masken

 

♥ Mara Lang

Verlag: Knaur
(März 2012)
Seiten: 608
Preis: 14,99€
(TB)
Einzelband
Wertung: ♥♥♥♥
Danke an His&Her Books für die Wanderbuchaktion!
Klappentext
Die junge
Ferin sehnt ungeduldig den Tag herbei, an dem sie endlich die Maske erhält, die
ihre hässlichen blauen Gesichtsmale überdecken und sie ebenso schön machen wird
wie die Herrschenden. Aber ihre Maske zerfällt zu Staub – und Ferin wird zu
einer Gesetzlosen. Sie flüchtet zu einer Rebellengruppe, die unmaskiert im
Dschungel lebt. Hier erfährt sie die Wahrheit über die magischen Kräfte ihres
Volkes, die von den Masken unterdrückt werden, und lernt den attraktiven Martu
kennen. Gefangen in einem Strudel aus Unterdrückung, Verrat und Rache, der
nicht nur die Freiheit ihres Volkes, sondern auch ihre große Liebe bedroht,
bleibt Ferin nur eins: Sie muss die Masken zerstören.

Rezension
Der
Klappentext zu Mara Langs Masken klingt recht einfach, doch man sollte sich
davon nicht täuschen lassen, denn Masken ist ein sehr komplexes und
tiefgehendes Buch.
Der Einstieg
in das Buch ist mir etwas schwer gefallen. Es gibt die Merdhunger und die Pheytaner,
soviel habe ich schnell verstanden, doch wie genau die Beziehung dieser Gruppen
untereinander ist und die sonstigen Gegebenheiten waren mir länger unklar. Ebenso
hat mich die Beschreibung Ferins etwas  „verstört“:
Blaue Male im ganzen Gesicht, blaue Lippen, ein großer Riss auf der Nase –
irgendwie wollte das ja so gar nicht zu der Frau auf dem Cover passen. Mara
Lang macht diese anfänglichen Schwierigkeiten aber durch einen schönen und
bildhaft detaillierten Schreibstil wieder wett. Ich mochte ihre Art zu
schreiben vom ersten Satz an.
In  Masken lernt man zunächst Ferin kennen, die
auf eine Maske und damit auf ein besseres Leben hofft. Dieser Traum wird
dadurch zerstört, dass die Maske nur wenige Stunden nach der Zeremonie zu Staub
zerfällt. Ferin verliert daraufhin alles, was sie hat und schnell wurde mir
klar, dass Masken kein Buch für zarte Gemüter und Leser ist, bei denen immer
alles gut laufen und gut ausgehen muss. Ferin wünscht sich den Tod und ihre
Gedanken sind so greifbar, dass ich beim Lesen ein unangenehm bedrückendes
Gefühl hatte.  Das zeigt den
überzeugenden Schreibstil der Autorin, die es schafft, Gefühle gut zu
vermitteln.
Trotz, oder
gerade wegen des Todeswunsches von Ferin war ich umso bestrebter, weiterzulesen
und mit Ferin zu hoffen, dass sie auch wieder glücklich sein kann.  Im Rebellenlager findet Ferin dann
schließlich ein neues Zuhause, neure Freunde und ihre Bestimmung, der sie
zunächst skeptisch, dann aber überzeugt gegenübersteht.
Ferins
Werdegang zu beobachten ist toll. Ich habe gemerkt, wie sie sich unter den
neuen Umständen verändert und geistig sowie emotional heranwächst. Es gab ein
paar Stellen, da hätte ich sie trotzdem gerne geschüttelt und sie angebrüllt.
Nein, sie ist bei weitem kein einfacher Charakter, aber ganz bestimmt einer,
bei dem es sich lohnt, ihn in sein Herz zu schließen. 
Auch die
anderen Charaktere in Masken haben etwas an sich, das den Umgang mit ihnen
nicht ganz einfach macht, im Grunde sind sie aber doch alle liebenswert.  Ferin, Martu, Rhys, Jasta, Sobenio und auch
die „Gegenspieler“ sind allesamt komplexe Charaktere mit viel Tiefgang und es
ist sehr spannend, sie alle kennen zu lernen. Sie alle leiden unter etwas, das
sie bedrückt und wodurch sie sich selbst im Weg stehen.  In Masken geht es oft darum, diese
individuellen Hindernisse zu überwinden, sich voranzutreiben und das Schicksal
hinzunehmen, wenn es nicht anders geht und es zu verändern, wenn es möglich ist
Ich gebe zu,
ich wusste lange nicht, worauf die Geschichte wohl hinauslaufen wird. Ja, im
Klappentext wird es angedeutet, aber lange Zeit wird es nur vage angesprochen,
deswegen habe ich die ganze Zeit auf irgendetwas, ein Zeichen oder ähnliches,
gewartet. Trotz dessen ist es an keiner Stelle des Buches langweilig. Es gibt
immer wieder Neues zu entdecken, wie beispielsweise die Tiger, die alte Stadt
der Pheytaner und neue Charaktere. Dabei sticht einer ganz besonders
heraus:  Martu. Die Liebesgeschichte
zwischen Ferin und Martu hat mir gut gefallen, aber für meinen Geschmack was
das Geheimnis um Martus Herkunft und das mit der Portal-Kugel doch etwas zu
viel. Es hat für mich auch nicht wirklich zum Rest der Geschichte gepasst, so
auch die Giftstachel an Martus Armen. Das alles war ein bissen „too-much“, wie
man so schön sagt. 
Masken wäre
auch ohne dies zusätzlichen Aspekte sehr komplex, wodurch es für mich kein Buch
für zwischendrin ist. Ich finde, man muss sich auf die Geschichte konzentrieren
und darauf einlassen. Wenn man das tut, wird man mit einer ideenreichen,
emotionalen und spannenden Geschichte belohnt, in der einem die Charaktere viel
abverlangen, was aber nur positiv gemeint ist! Wenn ich merke, dass die
Charaktere mich emotional berühren, sowohl positiv als auch negativ, dann denke
ich,  hat die Autorin bei der
Charakterisierung alles richtig gemacht.
Das Buch hat
mich mich zwar nicht vollkommen glücklich mit dem Ende, aber dennoch „erfüllt“
zurückgelassen.  Mein letzter Gedanke zum
Buch: „Das war schön. Tränchen-aus-dem-Auge-wegwisch-schön.“
Fazit

Anfangs ein
bisschen verwirrend, mittendrin ruhig und am Ende spannend und sehr emotional –
das ist Mara Langs Masken. Ihr solltet Ferin und ihre Geschichte kennenlernen. Unbedingt! 

4 Pancakes für Masken!

4 Comments

  • 78sunny

    Eine richtig tolle Rezension, die mich neugierig auf das Buch gemacht hat.
    Ich liebe übrigens auch deinen Pancakes. Ich bin immer völlig fasziniert welche tolle Wertungsgrafik viele Blogger haben, ich bin leider total unbegabt in dieser Hinsicht und habe daher gar keine. Deine Pancakes sind allerdings die schönste Wertungsanzeige, die ich bis jetzt gesehen habe.
    LG Sunny

  • Lilly

    Wow!
    Toll geschriebene Rezi!
    Lydia war von dem Buch schon sehr begeistert. Momentan habe ich genug zu lesen, aber ich werde mir das Buch unbedingt mal merken.

    LG
    Lilly

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