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Rezension zu „Ripple“

Ripple

Mandy Hubbard

Verlag:
Razorbill (Juli 2011)
Seiten: 260
Preis: 12,50€
(HC)
Englische
Originalausgabe
Deutscher
Titel: ?
Einzelband
Wertung: ♥♥♥
  
Inhaltsangabe
Lexi is cursed with a dark secret. Each day she goes
to school like a normal teenager, and each night she must swim, or the pain
will be unbearable. She is a siren – a deadly mermaid destined to lure men to
their watery deaths. After a terrible tragedy, Lexi shut herself off from the
world, vowing to protect the ones she loves. But she soon finds herself caught
between a new boy at school who may have the power to melt her icy exterior,
and a handsome water spirit who says he can break Lexi’s curse if she gives up
everything else. Lexi is faced with the hardest decision she’s ever had to
make: the life she’s always longed for – or the love she can’t live without?

Rezension
Um es gleich
zu Beginn zu sagen: Ripple ist kein einfaches Buch. Die Sprache ist einfach zu
verstehen, das ist gar kein Problem, aber die Stimmung des Buches ist manchmal
doch sehr erdrückend.
In Ripple
habe ich Lexi als einen gespaltenen und gequälten Charakter kennengelernt. Sie
denkt, sie ist für eine Tragödie, die ihres und ein anderes Leben betrifft,
verantwortlich und führt deshalb seit zwei Jahren ein sehr abgeschottetes und
einsames Leben, womit sie nicht glücklich ist. Ihren schlechten Zustand kann
man aus jeder Zeile herauslesen und ich war beim Lesen schlichtweg deprimiert.
Ich bin ein Mensch, der gerne lacht und deswegen kam ich zunächst gar nicht mit
dem Buch klar.  Im Laufe der Zeit ist mir Lexi dann aber richtig ans Herz gewachsen, weswegen ich nicht mehr aufhören konnte, zu lesen.
Lexi’s Problem
ist einerseits ihr Schuldgefühl, andererseits aber auch die Unsicherheit über
ihre Person selbst. Sie weiß, dass sie nicht „normal“ ist, wer sonst muss wie
sie nicht schlafen, aber stattdessen jede Nacht in eiskaltem Wasser schwimmen?
Die einzige Person, die ihr dabei helfen könnte, ist tot. Lexi’s Mutter starb
unter sehr mysteriösen Umständen und weil Lexi nicht versteht, warum ihre
Mutter sterben musste, kann sie von dieser Geschichte auch nicht loslassen, was
sie zusätzlich quält. Als sie dann erfährt wer und was sie ist, nimmt das ein
Stück weit die Last von ihren Schultern, wirklich klar kommt sie damit aber
nicht.
Die düstere
Atmosphäre zieht sich durch das ganze Buch und die dunkle Stimmung spiegelt
sich überall wieder. Lexi’s Umgebung scheint zu ihrem inneren Befinden zu
passen. Das ändert sich auch nicht, als Lexi hinter ihre Vergangenheit und ihr
Schicksal kommt und sich langsam Cole annähert, der im Gegensatz zu allen
anderen, noch Interesse an ihr hat und ihr nicht vorwirft, an besagter Tragödie
schuld zu sein. Cole mochte ich eigentlich von Anfang an, weil mir klar war, dass seine Gefühle für Lexi echt sind. Die beiden zusammen sind sehr, sagen wir mal spieziell, weil Lexi sich nicht gehen lassen kann und ständig ihren Fluch im Hinterkopf hat.
Lexi schafft
es nach zwei Jahren endlich, wieder Gefühle zuzulassen und kriecht aus ihrem
Schneckenhaus. Viel Handlung gibt es nicht, dennoch entwickelt sich die Beziehung
zwischen Lexi und Cole in einem angemessenen Tempo, obwohl Lexi Bedenken hat,
denn wenn Cole erfahren würde, was sie ist, dann hätten die beiden keine
Zukunft mehr. Das Glück derbeiden währt nicht lange, als ein weiterer Charakter
auftritt, der sagt, er könne Lexi von ihrem Fluch befreien und Lexi eine
schwere Entscheidung treffen muss.  Nicht
die Spannung steht dabei im Vordergrund, sondern die Emotionen und Lexi’s Veränderung. 
Was daraufhin
folgt, ist eine erneute innere Zerissenheit Lexi’s, und eine Story, die
kein Happy End zu bekommen scheint. Ich wusste zu keiner Sekunde wie das Buch
wohl ausgehen würde. Das Ende war für mich dann umso überraschender, aber
natürlich auch nicht gänzlich fernab von Klischees. Die Auflösung ist zwar gut,
allerdings etwas abrupt und mit einem feinen bitteren Nachgeschmack. Da es sich
bei Ripple um einen Einzelband handelt, ist die Geschichte in sich
abgeschlossen und es bleiben keine offenen Fragen.   
Das Thema
Sirenen ist mir bisher in keinen Buch begegnet, aber ich finde, es wurde in
Ripple sehr gut eingearbeitet, ohne dabei das Buch damit zu überladen.
Fazit
Man sollte
von Ripple lieber die Finger lassen, wenn man schlecht Laune hat oder aufgeheitert
werden will, denn in beiden Fällen würde Ripple die Situation nur schlimmer
machen. Es ist melancholisch, traurig und emotional aufwühlend. Die
Handlungsfülle hält sich in Grenzen, deswegen ist Ripple ein ganz gutes Buch
für zwischendurch, bietet aber auch nur kurzweiligen „Lesespaß“. Keine
Abenteuer, keine durchgehende Spannung, keine Heldin, die die Welt rettet; aber
eine junge Frau, die wieder zur Liebe zum Leben und zu anderen Menschen
zurückfindet und deren Gefühle das ganze Buch durchweg wirklich greifbar sind.
Das „Happy-End“ ist nicht vollkommen, aber dennoch ein schöner Abschluss.
3 Pancakes für Ripple!

4 Comments

  • his + her books

    Das Problem an englischen Büchern für mich:
    Irgendwie schaffe ich es nicht, innerhalb von Sätzen zwischen deutsch und englisch zu switchen, wenn ich unterbrochen werde (was leider sehr häufig vorkommt). Dann muss ich immer den ganzen Absatz nochmal lesen und das macht mich waaaahnsinnig…

    Ich warte dann doch lieber auf das deutsche 😀

    Sehr schöne Rezension… vor allem die Einschätzung über das Befinden des Lesers 😀

    glg

    Steffi

    • Miss_Watson

      Dein Problem mit englischen Büchern kann ich verstehen.
      Mir ist es anfangs auch nicht leicht gefallen, englische Bücher zu lesen, mit der Zeit wurde es aber immer einfacher. Seit dem ich Macbeth von Shakespeare auf Englisch gelesen habe, schreckt mich auch eigentlich nichts mehr ab 😀

      Ich finde englische Bücher halt einfach besser, weil da durch die Übersetzung nicht so viel kaputt gemacht wird. Es ist auch ein ganz anderes "Feeling" beim Lesen. 🙂

      Freut mich, dass dir die Rezension gefallen hat, wann und ob das Buch auf Deutsch erscheinen wird, ist mir leider nicht bekannt.

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