♥ Rezension,  Mystery

Rezension zu „Young Sherlock Holmes 01“

Young Sherlock Holmes 1 / Der Tod liegt in der Luft

♥ Andrew Lane

Verlag: FJB
Seiten: 416
Preis: 8,99€
(Taschenbuch)
Band 1 von 5
(bisher)
Originaltitel:
Death Cloud
Wertung: ♥♥♥♥♥

Danke an den FJB Verlag und Blogg dein
Buch
!

Inhaltsangabe
Der junge
Sherlock Holmes soll seine Sommerferien auf dem Land verbringen bei Tante Anna
in Farnham. Stundenlang dauert die Reise und nichts als Gerstenfelder weit und
breit. Noch öder geht es ja wohl kaum, Sherlock ist stocksauer. Doch dann kommt
alles ganz anders und plötzlich ist er mittendrin in seinem ersten Fall.
Mysteriöse Todesfälle, prügelnde Muskelprotze und ein böser Baron das erste Abenteuer
des jungen Meisterdetektivs beginnt.

 
♥♥♥
„[…] Meine
Absicht bei dem vorliegendem  Buch und denen, die noch folgen werden, ist
es,  herauszufinden, wie Sherlock war, bevor Arthur Conan Doyle ihn zum
ersten Mal der Welt präsentierte.[…]“  Young Sherlock Holmes 01 –
Nachwort des Autors Andrew Lane
Das, was
Andrew Lane sich mit seinem Buch vorgenommen hat,  ist ihm, meiner Meinung
nach, sehr gut gelungen! In Der Tod liegt in der
Luft
, trifft man auf einen Sherlock Holmes, bei dem man einige
Eigenschaften und Charakterzüge, die ihn später so „erfolgreich“ machen,
bereits erkennen, teilweise aber auch nur erahnen kann.
Im Prolog
des Buches geht es nicht um Sherlock, sondern um den Jungen Matty, der später
zusammen mit Sherlock spannende Abenteuer erleben wird. Hier wird zum ersten
Mal die sich komisch bewegende Rauchwolke eingeführt, die zwei Menschen das
Leben kosten  und damit den Auftakt zu Sherlock Holmes erstem Abenteuer
wird!  Man bekommt hier als Leser eine kleine Information, die sofort den
Drang erweckt,  zu wissen, was es damit auf sich hat!
Man lernt
den jungen Sherlock Holmes nicht als Abenteurer und Detektiv kennen, sondern
als einen Jungen, der in seiner Schule eher ein Außenseiter ist und kaum
richtige Freunde hat.  Dennoch merkt man gleich, dass er sehr reif und
auch sehr erwachsen für seine 14 Jahre ist. Er ist außerdem unglaublich
wissbegierig.  In sein erstes Abenteuer gerät er eher zufällig und durch
einen von ihm nicht geplanten Aufenthalt bei seiner Tante und seinem
Onkel. 
Seine ersten
„Ermittlungen“ fangen eher ruhig an, mit kleinen Ausflügen rund um das Anwesen
und in die Stadt. Dabei trifft er auf Matty, der ihm von den seltsamen
Geschehnissen und der Rauchwolke erzählt. Sherlock weiß, dass etwas damit nicht
stimmt und macht sich daran, das Rätsel zu lösen.  Sein Gehirn ist nun mal
auf Logik programmiert. Doch je mehr er herausfindet, desto mehr Fragen stellen
sich.
Anfangs
steht Sherlock noch alleine da, aber mit der Zeit gewinnt er einige
„Verbündete“, die ihm dabei helfen, das Rätsel zu lösen. Matty, der mit seinem
Boot und seinem Pferd von Stadt zu Stadt zieht, Amyus Crowe, ein Hauslehrer,
der von Mycroft angestellt wurde und schließlich auch dessen Tochter Virginia,
die ebenfalls in Sherlocks Alter ist. Sie und die ominösen Todesfälle tragen
dazu  bei, das Sherlock ganz andere Ferien bekommt, als er sich das
gedacht hatte. Doch durch das Wissen gerät jeder von ihnen auch in das Visier
der Bösewichte. Denn jeder Mitwisser ist einer zu viel!
Mir haben
die Charaktere und die Handlung in Der Tod liegt in der
Luft
sehr gut gefallen!  Keiner der Charaktere ist 
„normal“, sondern zeichnet  sich durch besondere Eigenarten aus. Andrew
Lane schafft es sehr gut, dem Leser ein genaues Bild der Charaktere zu
vermitteln. Er schafft es aber auch, dass sich dieses Bild immer wieder
verändert. Man bildet sich eine Meinung über eine Person, die dann durch
verschiedene kleine Details wieder ins Wanken gerät, so dass man sich neue
Gedanken darüber machen muss: Wie ist diese Person eigentlich? Man befindet
sich also in einem andauernden Denkprozess, was die Handlung und die Charaktere
angeht  und das hat mir gut gefallen.
Ein
besonders toller Charakter ist  Amyus Crowe, der Sherlock durch kleine
Denkanstöße immer wieder dazu bringt, nachzudenken und sich seines
außerordentlichen Verstandes bewusst zu werden. Er ist eine Mischung aus
Lehrer, Großvater und  Abenteurer und das macht ihn wirklich ganz
besonders. Man selbst lernt beim Lesen eine Menge von ihm!
Die Handlung
ist spannend, unvorhersehbar und sehr nervenaufreibend! Sherlock wird
geschnappt, kommt frei, wird wieder geschnappt, kommt wieder frei… Immer wenn
man denkt, dass es jetzt vorbei ist, wendet sich das Blatt und es passiert
etwas Unvorhersehbares. Toll!  Man selbst wird zu einem kleinen Detektiv
und versucht, die einzelnen Puzzleteile im Kopf miteinander zu verbinden.
Natürlich ist man nicht als Leser derjenige, der die Rätsel löst, sondern
Sherlock und man ist ganz fasziniert davon, wie und warum er welche
Rückschlüsse zieht.  Hier kann man bereits erahnen, wozu Sherlock später
einmal fähig sein wird. Die Auflösung des Rätsels ist wirklich spektakulär und
auch etwas „abgehoben“. Ich hätte nie mit solch einer Lösung gerechnet, aber
gerade das macht das Buch so spannend und abwechslungsreich!
In Der Tod liegt in der
Luft
erlebt man auch mit, wie
Sherlock durch sein erstes großes Abenteuer verändert wird. Es geht teilweise
ziemlich brutal und absurd zu, was an einem 14 jährigem Jungen nicht spurlos
vorüber geht. Sherlock weiß, dass er danach nicht mehr derselbe ist und er
fragt sich, wie sein Leben wohl weitergehen wird.
„[…] Du
kannst diese Ereignisse nicht einfach als separate Geschichte betrachten, die
einen Anfang und ein Ende hat. Du bist jetzt ein anderer geworden, eben wegen
dieser Ereignisse. Und das bedeutet, dass die Geschichte niemals wirklich enden
wird.[…]“ Young Sherlock Holmes / S. 388 / von Amyus Crowe
Der Tod liegt in der
Luft
könnte man als ein in sich abgeschlossenes Buch lesen, wenn man nicht
versessen darauf ist, zu erfahren, wie es weiter geht. Es bleiben noch einige
Fragen offen, vor allem solche, die sich rund um Sherlocks Familie drehen. Man
erfährt relativ viel über seinen Bruder Mycroft und seinen Vater Siger, aber
seine Mutter und Schwester bleiben stark im Hintergrund. Ich bin gespannt, ob
in den Folgebänden noch weiter darauf eingegangen wird.
Fazit
Young Sherlock Holmes ist nicht nur etwas für Jugendliche, sondern auch für große Sherlock Holmes
Fans. Man lernt Sherlock mal von einer ganz anderen Seite kennen und der Fall
ist mindestens genauso verstrickt, spannend und einfallsreich wie die Fälle,
die Sherlock in seinem späteren Leben noch lösen wird. Ich kann Young Sherlock Holmes an alle großen und kleinen
Detektive bedingungslos weiterempfehlen!
5 Pancakes für Young Sherlock Holmes / Der Tod liegt in der
Luft

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